Lachen, Nachdenken und ein Aufruf zum Laufen
Mit roter Nase, einigen Zaubertricks und einer großen Portion Humor betrat Klinikclown Muck am 22.06.2026 die Turnhalle der Realschule Neufahrn. Vor den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 5 bis 7 wechselten sich heitere Einlagen und stille, nachdenkliche Momente ab. Die Veranstaltung — organisiert von der Courage‑AG unter Leitung von Christina Englbrecht — diente zugleich als Auftakt für den Spendenlauf der Schule am 6. Juli zugunsten der Klinikclowns.
Muck erzählte locker aus seinem Alltag: „Ich bin freischaffender Künstler und komme in Kliniken, Seniorenheimen, Hospizen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen.“ Hinter dem Spaß stehe ein großes bayerisches Netzwerk, das in mehr als 120 Einrichtungen regelmäßig für Abwechslung sorgt. Anhand kleiner Szenen demonstrierte er, wie ein Besuch normalerweise abläuft: vorsichtiges Klopfen, höfliches Fragen — und nur bei Zustimmung hereinkommen. „Wenn jemand sagt ‚Nein, komm nicht rein‘, dann gehen wir wieder raus“, betonte er und machte damit deutlich, wie wichtig Respekt und Privatsphäre in seiner Arbeit sind.
Zwischen Zaubertrick und Schabernack erklärte Muck, dass Klinikclowns weit mehr tun als Unterhaltung: Durch Zuhören, Musik und einfache Tricks schenken sie Trost und menschliche Nähe — besonders für Kinder, die oft lange in Kliniken liegen oder auf lebenswichtige Operationen warten. Er berichtete von Einsätzen in großen Häusern wie dem Klinikum Großhadern, wo er auf Transplantations‑ und Intensivstationen Kinder besucht, die einen großen Teil ihrer Kindheit im Krankenhaus verbringen. Für diese Familien seien die kleinen Freuden und Momente der Ablenkung enorm wichtig — etwa Videounterricht, Besuch von Freundinnen und Freunden oder eben ein Clown, der Zeit mitbringt.
Viele Schülerinnen und Schüler interessierten sich für den Weg zum Klinikclown. Muck sprach über Clownsausbildung, Castings und Fortbildungen und wies darauf hin, dass die Tätigkeit Einfühlungsvermögen sowie ständiges Training erfordert. Die meisten Klinikclowns arbeiten nebenbei in anderen Berufen; nur wenige sind Vollzeitkünstler.
Ein zentrales Anliegen des Besuchs war der Spendenlauf: Muck erläuterte, dass Gelder gebraucht werden, um Kostüme zu kaufen, Fahrten zu finanzieren und Gagen für die Künstlerinnen und Künstler zu zahlen. „Dank Spenden können wir die Arbeit fortsetzen und Familien sowie Patientinnen und Patienten Freude schenken“, sagte er und motivierte die Schüler mit einem Augenzwinkern: „Trainiert, sucht Sponsoren und sammelt — Nudeln essen, laufen, laufen, laufen.“
Als besonderes Signal der Unterstützung kündigte Neufahrns Bürgermeister Peter Forstner an, Schulleiter Bernhard Kolbeck zu sponsoren: zehn Euro pro gelaufener Runde — und 15 Euro für jede von Muck rückwärtsgelaufene Runde. Die Zusage löste großen Applaus aus und verdeutlicht die Wertschätzung der gesamten Schulfamilie gegenüber den Klinikclowns.
Zwischen den Scherzen bekam das Publikum immer wieder ernsthafte Aspekte zu hören: Muck machte deutlich, wie wichtig Humor in schweren Lebensphasen ist — etwa in Hospizen oder auf Palliativstationen, wo Lachen und Nähe Trost spenden, unabhängig vom Alter oder der Schwere der Krankheit.
Zum Abschluss bedankte sich Muck herzlich für die Aufmerksamkeit und die Unterstützung im Voraus: „Ich freue mich auf den Spendenlauf und darauf, euch dort wiederzusehen.“

